Investor Relations: Nebenjob mit sehr hoher Bedeutung
Der Dialog mit der Financial Community hat für börsennotierte Unternehmen in Deutschland in nur wenigen Jahren strategische Relevanz erlangt und ist in puncto Bedeutung mit anderen Kommunikationsdisziplinen mindestens gleichgezogen: Bei 96 Prozent der Börsenplayer ist der Investor Relations-Bereich mittlerweile direkt dem Vorstand unterstellt (CEO: 58 Prozent, CFO: 38 Prozent). Das zeigt, neben anderen Ergebnissen, eine repräsentative Umfrage, die die IR.on AG, Unternehmensberatung für Investor Relations, in Kooperation mit dem Bielefelder SOKO-Institut für Sozialforschung und Kommunikation unter im Amtlichen Handel in Deutschland notierten Unternehmen durchgeführt hat.
Daß über 80 Prozent der für IR verantwortlichen Manager quer durch alle Börsensegmente Investor Relations als Unternehmensbereich mit sehr hoher oder hoher Bedeutung bezeichnen, unterstreicht die enorm wichtige Rolle dieser noch jungen Disziplin. Doch wirft die Erhebung unter dem Titel „IR Human Resources" auch die Frage auf, ob das IR-Management in Deutschland der attestierten Relevanz gerecht werden kann. So müssen zum Beispiel rund 60 Prozent der Verantwortlichen neben Investor Relations noch andere Tätigkeiten in ihrem Unternehmen wahrnehmen, und haben mehr als 62 Prozent der IR-Manager weniger als zwei Jahre Berufserfahrung in diesem Bereich.
„Die Studie zeigt, daß die IR-Arbeit in Deutschland zweifelsohne ein großes Stück vorangekommen ist. Sie läßt aber auch Rückschlüsse auf Verbesserungspotentiale zu. So muß beispielsweise der Dialog mit institutionellen Investoren intensiviert und generell die IR-Arbeit strukturierter praktiziert werden. Die zugesprochene Bedeutung alleine reicht eben nicht. Es wird deutlich, daß Investor Relations im allgemeinen in Deutschland nicht die Zeit hatte, sich sukzessive, wie beispielsweise seinerzeit Public Relations, zu etablieren. Eine Ausnahme machen hier jedoch in vielerlei Hinsicht die DAX-Unternehmen, in denen erwartungsgemäß im Durchschnitt auch die besten Gehälter gezahlt werden", erläutert Achim Josten, Vorstand der IR.on AG.